Tour 2016 - Eure Berichte, Gefühle, Tourtagebücher

Die Onkelz sind in der Stadt! Ende November 2016 geht die Band auf ausgedehnte Hallen-Tour durch Deutschland, Österreich und die Schweiz. Hier diskutiert ihr darüber. Außerdem könnt ihr hier über alle alten Tourneen der Onkelz plaudern.


  • Ich mach den Anfang...Achtung! Der Text ist etwas lang. :D



    Es war ein langer Weg oder…wie ich meinen Schutzgeist lieben lernte…

    Fangen wir an mit der Ankündigung, dass es im Herbst/Winter 2016 zu einer Tour kommen sollte. Nicht irgendeine Tour – DIE Tour der Onkelz. Die ersten Hallenkonzerte seit der La Ultima 2004 auf denen wir, denke ich, fast alle die bittersten Tränen geweint haben, die man weinen kann. Sofort denke ich an mein letztes Konzert in der Saarlandhalle Saarbrücken und mit dem Gedanken kommt mir in den Sinn „dort werden sie mit Sicherheit nicht mehr spielen können“. Also gehe ich in Gedanken schon mal durch welche Städte für mich als Saarbrückerin in Frage kommen. Frankfurt – ganz klar! Ich will die Festhalle sehen. Stuttgart? – Jop, wenn sie dort aufschlagen. Im Hinterkopf spukte mir wegen Jo und Nine noch München rum – abwarten! Und dann, ganz klein und unwirklich mein großer Traum…Dortmund! – abhaken, Karten kriegste eh nicht. Als sie die Daten dann endlich bekannt gaben stand ich komplett neben mir. Hatte ich doch eben meine Reise nach Essen zur Philharmonie angetreten. Kurz und knapp: ich hatte keine Ahnung in welche Stadt es mich ein halbes Jahr später verschlagen würde. Neben der Vorfreude mischte sich auch ein komisches Gefühl in meine Gedanken. Das erste Mal, dass ich die Onkelz nicht in meiner Saarlandhalle oder überhaupt in großer Nähe sehen würde. Mein „Heimspiel“ war jetzt in Frankfurt. Ich sollte da noch nicht ahnen, was ich am 22.12.2016 für einen Gefühlstaumel erleben sollte…

    Am Tag des Kartenvorverkaufs war ich relativ entspannt. Nichts im Vergleich zu den Hockenheim-Konzerten 2014 und 2015. Im Kreis der Familia hatten wir ausgemacht, dass jeder versucht so viele Karten wie möglich zu ergattern. Damit einfach jeder eine Chance zu einem Konzertbesuch bekommen sollte. Ich weiß nicht, wie ich es geschafft hab. Aber auf einmal lagen in meinem Warenkorb 2 Tickets für Dortmund 2 – ich war so in Trance, dass ich vor lauter Chaos im Hirn vollkommen vergessen hab noch 2 weitere Tickets für Dani zu ergattern. Als ich den Bestellvorgang abgeschlossen hatte konnte ich es immer noch nicht glauben. Dortmund…ich…meine Tochter…ein Traum seit ich das erste Mal die VHS (für die Küken: eine Videokassette, Videorecorder…ach egal!) „Live in Dortmund“ gesehen hab. Du lieber Himmel, in mir brachen alle Dämme. Ich weinte vor lauter Freude und Anspannung. Meine Tochter machte derweil noch 2 Karten für München 2 fix und ich landete noch einen Treffer für Stuttgart 2. Noreia war so lieb und machte den Sack für Frankfurt 2 voll. FaPi erklärte sich bereit im 2. Kartenvorverkauf noch nach Tickets für Frankfurt 3 und schauen – klappte! Firma dankt! Über den lieben Hessen bekam ich dann noch 2 Berlin-Tickets, noch nicht ahnend, dass ich diese Reise aus verschiedenen Gründen nicht antreten konnte. Egal, ich war furchtbar glücklich und die Planung für Hotel, Übernachtung, durchfahren ja oder nein? lief an. Es war wie immer eine höchst emotionale Sache mich im Kreise der Familia auf die Konzerte „vorzubereiten“ - wir lachten, litten, halfen, machten Mut, freuten uns alle gemeinsam für die fantastischen 3 Jackie, Hesse und firmachen und waren einfach guter Dinge. Hallelulja…die Onkelz sind im Haus! Gnade… :D

    22.11.2016
    Dies ist ein dunkler Ort…
    Der Tag fing mehr als beschissen an. Mir ging es seelisch nicht gut, meine Tochter musste am Mittag ihren kleinen Hasen zu Grabe tragen. Ein trauriges Gefühl machte sich in mir breit. Mit ganz viel Dunkelheit machten wir uns gegen 15 Uhr auf den Weg nach Frankfurt. Ich war sauer auf mich! Die Onkelz hatten etwas mehr Respekt verdient und nicht solche Trauergestalten wie uns. Noch während der Fahrt schwor ich mir, das Beste aus mir rauszuholen, alles zu geben, was ich in dieser Situation zu geben im Stande war. Als wir Richtung Festhalle fuhren sahen wir sie schon…Heckscheibenaufkleber, laute bekannte Töne aus so vielen verschiedenen Autos und Schilder mit dem Hinweis „Böhse Onkelz“ – wir folgten den Pfeilen und landeten in einem Parkhaus, das uns erstmal 14 Euro abverlangt hat. Na gut…dafür stehen wir gut, dachte ich, als ich die Kohle löhnte. Dann der kleine Fußmarsch Richtung Halle und wir trafen auf die ersten Irren…dem Himmel sei Dank, ich war zu Hause. :D Ich freute mich riesig alle zu sehen, besonders die helle Seite meines Herzens ;-) – rein in die Halle und ich war erstmal baff! Wow, was eine coole Location. Hab ich sofort in mein Herz geschlossen – sehr, sehr geil. Was trinken und ab in die erste Welle, Alex in die erste Reihe schaffen. Ist uns gelungen und langsam aber sicher wurde ich nervös. Wie würde ich reagieren? Aus Erfahrung wusste ich, dass die ersten Momente eines Onkelz-Konzert immer die Härtesten für mich waren. In mir passiert dann einfach soviel, dass ich nicht kontrollieren kann. Nicht kontrollieren will. Wie würde es dieses Mal sein? Volle Kanne Tränen oder volle Kanne Freude? Die Vagabundos kamen und ich hab mich mächtig gefreut sie nach der W-Tour wiederzusehen. Zwei besondere Jungs und ein besonderes Mädel, hab sie sehr ins Herz geschlossen. Besonders cool fand ich wie die Halle sie empfangen hat. Tolle Geste, liebe Frankfurter!
    Einige verzogen sich nach den Vagabundos wieder nach hinten Richtung Rolli Rampe. Mich eingeschlossen weil ich etwas Abstand nach vorne gebraucht hab und gemeinsam mit Domi feiern wollte. Nach den Vagabundos dann noch Beasto Blanco – die fand ich weder gut, noch schlecht. Allerdings muss man auch gestehen, dass man als Onkelz Vorband schon Schlimmeres gesehen hatte. Meinen Respekt haben sie weil sie jeden Auftritt zelebriert und ihr Bestes gegeben haben. Hut ab!
    Nach der Vorband kam eine Umbauphase, die mir wie eine Ewigkeit vorkam. Dann ging auf einmal das Licht aus und mir wurde ganz anders. Noch während des kurzen Intros dachte ich, das kann nicht wahr sein. Ich bin hier in der Festhalle und werde gleich die Onkelz sehen. Dann gings ab. Bei „Gott hat ein Problem“ flossen die ersten Tränen – was ein krasses Gefühl sie so zu sehen. „10 Jahre“ – Kevin´s „JAAAAAAAAAAA“ machte mich fertig. Dieses Gefühl des kollektiven Ausrastens – ich hatte es unglaublich vermisst. Von da an gabs kein Halten mehr. Es würde definitiv den Rahmen sprengen, wenn ich jetzt auf jedes einzelne Lied eingehen würde. Mein besonderes Highlight: der Schutzgeist. Viele wissen, warum ich mir diese Zeilen als Tattoo stechen ließ – ich erlebte mein persönliches Drama wieder, der Schmerz war wieder da. Etwas starb in mir und gleichzeitig wurde etwas neu geboren. An diesem Dienstag in Frankfurt konnte ich noch nicht ahnen wohin mich diese Reise bis zum 22.12. führen sollte. Eins war klar: mein Herz wurde geöffnet…

    25.11.2016
    Ohhhhhh…wie ist das schön…oder: ich lebe meinen Traum!

    Morgens um 10…abfahrbereit nach Dortmund. Navi gestellt, Tasche im Kofferraum, Hotelunterlagen eingepackt, Tickets…und weg! Gegen 14:30 kamen wir nach mehreren Staus endlich am IBIS in Dortmund an und wurden dort von Henkka (danke nochmal für alles) empfangen. Nach einer kurzen Schrecksekunde durften wir eintreten und begaben uns erstmal aufs Zimmer. Kurz erholt und nach dem Gedanken, dann doch nichts essen zu wollen, riefen wir uns ein Taxi. Wahrscheinlich haben wir nicht laut genug gerufen oder der Dortmunder Taxifahrer ist taub…jedenfalls standen wir 45 Minuten wie die Ölgötzen in der Kälte, bis engelchen und ich beschlossen: wir bleiben…ähm…wir fahren! Alle eingeladen, engelchen voraus und kurze Zeit später standen wir auf dem Parkplatz vor der Westfalenhalle. Ich wusste noch gar nicht so genau, was los war…wie in Trance gingen wir Richtung Halle zum lieb gewonnenen Treffpunkt „DER BUS“ – die Wohnung für unsere 3 Geister während der Tour. Ich hatte das Gefühl, dass ALLE in Dortmund waren und es war schön zu sehen wie sehr sich alle freuten und ihren Gefühlen freien Lauf ließen. Als wir in der Halle ankamen sah ich in dem ein oder anderen Gesicht die gleichen Gefühle, die auch mich durchströmten: SCHEISSE! Das ist die Westfalenhalle! Ich schwöre bei Gott…in mir rumorte die See, wahrhaftig. Ich ging heute nicht nach vorne, die Anderen schon. Ich war ganz froh, dass ich dieses Mal wieder bei Domi auf der Rampe war und mich setzen konnte. So ganz traute ich meinen Beinen bei dem, was mich sicher noch erwarten würde, nicht. Wir hatten auch endlich etwas Zeit zum Quatschen und ich erfuhr Sachen, die ich eigentlich nicht wissen wollte (hahar! :D). Dann wieder die Vorband, die mich heute irgendwie nervte. Vermutlich lag es an meiner energie-geladenen Ausstrahlung. Dann wieder der Umbau, danach nahm der Wahnsinn seinen Lauf. Ich schwöre, es knisterte, so viel Energie kam aus jeder Ecke der Halle. Von der Setlist ist mir „Finde die Wahrheit“, „Auf die Freundschaft“ und „Bomberpilot“ im Gedächtnis geblieben. Himmel, diese wahnsinnige Stimmung. Bei „Mexico“ brach der Wahnsinn dann komplett durch. Wie meinte Stephan? „Wir wussten ja, das ihr gestört seid…aber so gestört…“ (so in etwa). Beim „Schutzgeist“ merkte ich erneut, dass sich irgendwas regte. Irgendwas rüttelte an meiner Seele und an meinem Herzen…so richtig greifen konnte ich es nicht. Aber es war da. Nach dem Konzert standen wir noch ne Weile am Bus, redeten, hingen Gedanken nach (danke hutze für dein Interesse!) und verabschiedeten uns dann Richtung Hotel. Wie immer war ich froh, als ich im Zimmer alleine war und meinen Gedanken nachhängen konnte. Am nächsten Tag gings dann gegen 11 zurück in die Heimat. Ich war froh, als wir zu Hause ankamen. Ich brauch ne Pause… :P

    28.11.2016
    Werde ich krank? Egal…das sind die Onkelz!

    Ja, meine Tochter hatte es richtig erwischt, mich so halb. Erkältungen scheinen in diesem Herbst Hochsaison zu haben. Schniefend und Bonbons lutschend machten wir uns nachmittags um 14 Uhr auf Richtung Schleyerhalle. Gegen 17 Uhr waren wir aufm Parkplatz und durften uns noch in Jackie´s Bus aufwärmen. Dabei fällt mir ein: hat irgendwer nochmal was von den beiden Gästen gehört, die irgendwann die Flucht ergriffen hatten? :P
    Gegen 18 Uhr schälten wir uns aus der warmen Höhle und machten uns auf den kurzen Weg zur Halle. Dort noch den Nürnberger mit Anhang aufgegabelt und dann ins Infield. Ja, wo isses denn? Wie viele Türen muss man öffnen, wie viele Treppen steigen, um endlich vor der Bühne zu stehen? Zwischenzeitlich dachte ich, dass wir das Konzert verpassen. :D
    Irgendwann hatten wirs dann und begaben uns auf die Weidner-Seite (warum eigentlich immer dorthin? *hust*) – für mich das Konzert, das ich von Allen am weitesten vorne erlebte. Die Vorband…ja, okay…alles kann, nichts muss und dann ging auch schon wieder das Licht aus. Was mir sofort auffiel: wahnsinnig viele Smartphones, Raucher und High-Heels-Trägerinnen. Fönfrisuren, die bloß nicht durcheinander gebracht werden durften, bei Mexico dann aber doch aufgaben, viele junge Menschen, eingehüllt in feinstes Merch aber nur bei „Auf gute Freunde“ und eben beim Frisurenzerstörungs-Lied „Mexico“ bereit mitzufeiern. Egal, wir Irren zogen das Programm durch: mitgröhlen, mitfeiern, abtanzen bis zum bitteren Ende. Positiv aufgefallen ist mir in Stuttgart „Wo auch immer wir stehen“ – da war zum ersten Mal eine mehr als innige Verbundenheit zu spüren und es wurde gut mitgesungen. Nach dem Konzert machten wir uns alle zügig auf den Heimweg – Jackie und ihre Begleiter Richtung Frankfurt, der Nürnberger Richtung Nürnberg und wir Richtung Saarland. Als ich gegen 3 im Bett lag hatte ich noch Stephan´s Dankesrede im Ohr…danach schlief ich kurz aber fest und war ehrlicherweise froh über eine längere Pause bis München2.

    20.12.2016
    Ja is denn heut scho Weihnachten?

    Mit meinem Mann fuhr ich gegen 11 Uhr los in Richtung Weißwurschtäquator. Ich war froh, dass ich heute mal nicht selber fahren musste und – zu dem Zeitpunkt – war ich auch noch froh über die Tribünenplätze. Die Fahrt verlief reibungslos und ruckzuck waren wir im Parkhaus an der Olympiahalle. Dort angekommen erwartete uns Henkka mit seinem Begleiter, der heute – Trommelwirbel – sein erstes Onkelzkonzert erleben dufte. Wir ließen uns von seiner Aufregung anstecken und ich freute mich über diese ehrlichen Gefühle, die ich in seinen Augen sehen konnte. Die Security machte heute – im Vergleich zu Dortmund oder Stuttgart – einen ausgezeichneten Job. Ob es an dem fürchterlichen Terroranschlag lag, der 2 Tage zuvor in Berlin passierte oder ob die Leute immer so arbeiten – keine Ahnung. Tatsache ist: ich hab mich gut gefühlt, als ich in die Halle kam. Dort angekommen haben wir uns erstmal einen warmen Tee (JA! Tee…) besorgt und gemütlich getrunken. Nach und nach kamen die anderen hinzu und ich wurde das erste Mal nachdenklich, ob Tribüne so eine gute Idee ist. Nicht zu ändern, irgendwann mussten wir uns von den Mitirren trennen und wir begaben uns auf unsere Plätze. Dort angekommen, saßen vier Gestalten auf unseren Plätzen – allesamt voll wie ein Eimer und jetzt schon der deutschen Sprache nicht mehr mächtig. Sie merkten allerdings, das irgendwas falsch war und setzten sich dann Bier verschüttend auf ihre Plätze ein paar Reihen neben uns. Einer der Besoffenen hatte sicher am nächsten Tag höllische Schmerzen. Ist er doch bei „Mexiko“ die Treppe runter gepurzelt und hat sich danach unter Tränen das Knie gehalten. Tjoar…nicht nur ein „Fönfrisuren-Vernichtungslied“, auch ein „ich mache Besoffene schlagartig wieder nüchtern-Lied“. ;-)
    München war für mich das schwächste Konzert, welches ich auf der Tour gesehen hab. Mag sein, dass es an unseren Sitznachbarn lag. Vor uns wieder Smartphone-Junkies in feinstes Merch gehüllt, den Tour-Schal akkurat um den Hals geschlungen und ständig Selfies machend. Von rechts wurde ich gefragt, ob mein Tattoo echt ist und von links wurde ich mim Ellenbogen weggekickt. Mitgesungen hat kaum einer außer der Reihe hinter uns, die habens dann mit uns gerichtet. Schwach München, tut mir leid – scheinbar haben sich die ganzen Klatschpappen aus der Arroganz Arena in unserem Block aufgehalten. Ich kann noch nicht mal sagen, welches Lied mir von dem Konzert am Ehesten in Erinnerung geblieben ist. Schade! Nach dem Konzert gings dann zügig nach Hause, hatten wir noch 420 km zu fahren und das über die Schwäbische Alb…

    22.12.2016
    Gehasst, verdammt, vergöttert…is ja wie früher…

    War was? Jep! Finale…ohoo! Auf nach Frankfurt zum letzten Ritt. Um 12 geht’s los, Navi eingestellt auf Jackie´s Home, schnell noch getankt und hopp. Nach einer anstrengenden Fahrt mit viel Nieselregen und schlechter Sicht kommen wir gegen 14:00/14:30 an. Alle schon da? Juhu…die Ersten machen sich auf den Weg zur Halle, wir beschließen es ruhig angehen zu lassen. Ich hatte mir vorher überlegt, dass ich evtl. die erste Reihe versuche. Als ich mit Jo geschnackt hab wurde mir klar – ich möchte bei ihm und Nine´s Bruder Rico bleiben. Es hat mir viele tolle Momente beschert diese beiden Kämpfer so emotional zu sehen. Da bin ich gerne weiter hinten – wieder an der Rolli-Rampe. Was mich besonders gefreut hat, so viele waren bei uns. Für mich war das mehr wert, als jede erste Reihe. Vor dem Konzert hab ich schon gemerkt, dass irgendwas anders ist. Das Publikum kam mir „bekannter“ vor – jede Menge Kuttenträger, langhaarige Metal-Heads, Gothics, Rocker – alle irgendwie älter. Junge Menschen sah man weniger und wenn, dann keine Fönfrisuren oder High Heels. :D
    Die Vorband…ihr wisst schon. Doch dann kam ne fette Überraschung: Gonzo kam dazu und gemeinsam mit Beasto Blanco spielte er „Ace of Spades“ – was eine Stimmung. Und zum zweiten Mal dachte ich, das wird besonders. Danach Onkelz-Sprechchöre, laut, fett, abartig geil. Licht aus und Abfahrt! Was dann folgte, kann ich bis heute nicht beschreiben. „Gott hat ein Problem“ – wir leben, für immer Onkelz – was ein Aufschrei! Der Übergang zu „10 Jahre“ – diese Lautstärke des Chors, wie früher. Wer ist Dortmund nochmal? Jeder Song wurde mitgesungen, zelebriert, gefeiert. „Auf die Freundschaft“ – auf dich und die Sterne, mein stummer Gruß nach Berlin. Gänsehaut bei „Wo auch immer wir stehen“ – ein sichtlich ergriffener Kevin, als die Sprechchöre nicht aufhören wollen. Und dann natürlich mein Schutzgeist und ich…“und beginne die Suche nach einem neuen Leben“…ich schreie es heraus, lache, bin komplett aus dem Häuschen, während mich von allen Seiten die Hände meiner Freunde suchen und ich in den Arm genommen werde. Eine wunderbar emotionale Dankesrede von Stephan, alle vier mit Emotionen im Gesicht - unpackbar!
    Ich könnte jetzt noch ewig so weitermachen aber das würde den Rahmen noch mehr sprengen, als ich es eh schon tue. Deshalb kurz und knapp: vielen Dank, Frankfurt. Tausend Dank, Onkelz! Dieser 22.12. hat einiges angestoßen und mir das Gefühl gegeben, dass ich noch lange nicht fertig bin mit mir. Ich war zufrieden, als wir bei Jackie zu Hause ankamen. An Schlaf war nicht zu denken, da war soviel zu bereden, zu beschreiben zu empfinden. Deshalb möchte ich euch allen, jedem einzelnen der auf einem meiner Konzerte dabei war eins sagen: die Welt wäre ein schlechterer Ort ohne euch! Danke, das ihr ihr seid. *verneig*
    Zuletzt geändert von Micky am 5. Jan 2017, 20:25, insgesamt 1-mal geändert.
    ++++++*******R.I.P. Onkelz-Forum*******++++++

    ...du fickst dich grade selbst mein Bester!...

    Es ist wie es ist -> http://forum.dunklerort.de/
    Micky
     
    Beiträge: 27833
    Registriert: 21. Jan 2014, 15:55
    Wohnort: Saarbrücken




  • Wirklich so so schön geschrieben und ich hab ein paar mal wirklich echt lachen müssen!
    "Etwas hässlich und anders, etwas hessisch und anders
    Ja stimmt, etwas dreckig und langsam
    Genau hier, wo es die Besten im Land hat, wo das Hasch raucht, Schlappmaul, teste die Frankstadt!" (V)
    boehseJackie
     
    Beiträge: 8036
    Registriert: 23. Jan 2014, 13:55
    Wohnort: Stadt mit der einzigen Skyline Europas



  • ich sag nur.. FRISURENZERSTÖRUNGSLIED! :D
    ~REGENBOGEN~

    "Der Friede stellt sich niemals überraschend ein. Er fällt nicht vom Himmel wie der Regen.
    Er kommt zu denen, die ihn vorbereiten.
    "
    Kascha
     
    Beiträge: 15783
    Registriert: 20. Jan 2014, 20:17



  • Micky, ich zieh meinen imaginären Hut! :)


    Bild

    Bremen nicht Frankfurt war am Ende der letzten Saison 13. Somit vor der Eintracht. Und dadurch gerettet, während man selber nachsitzen musste.
    Jetzt schon wieder, kurzfristig dazwischen gegrätscht sozusagen.
    Freuen tut ein das nicht, wenn man nicht grade aus Bremen kommt und man einige Monate gar vom Europapokal geträumt hat. Pardon, natürlich vom Konzert, vom ersten Hallenkonzert der Onkelz in Frankfurt seit der Reunion.
    Nun, dass das Leben kein Ponyhof ist, haben wir mittlerweile gelernt.

    Mit Karte und Bier bewaffnet zum Frankfurter Hauptbahnhof und mit Jackie ab nach Bremen. Hatte sie im Koffer verstecken müssen, wir hatten nur ein Bahnticket gehabt. Im Zug noch Leute aus dem Forum getroffen, in Bremen angekommen, zur Halle geschlendert, weitere Leute aus dem Forum getroffen und gewartet. Oder sich unterhalten. Oder aufs Handy geguggt. Oder Alkohol getrunken, auf jeden Fall gewartet halt.
    Einlass war relativ voll, in dessen Verlauf sich aber dann noch nah bei uns Schleusen aufmachten und wir so zeitig in die Halle kamen. Dann den Merchstand erstmal aus sicherer Entfernung begutachtet. Schönes und weniger
    Schönes erblickt. Dann entschied man sich in den Innenraum zu gehn um dem ersten Hallenkonzert seit Hamburg 2004 die Ehre zu erweisen.

    Konzert ging dann los, ohne Beasto Blanco, die spielten noch ein Konzert in Frankenstein. Das wird ihnen ihre Mutter aber bestimmt auch nicht geglaubt haben. Es war soweit, nettes Intro, Gott hat scheinbar irgendein Problem. Ihr kennt die Setlist. Zwischendrin Bier getrunken und gegröhlt. Was man halt auf nem Konzert macht. Der Bierpegel variiert natürlich von Konzert zu Konzert, mal mehr, mal weniger oder auch mal gar nichts. Und gröhlen tut man auf einem Onkelz Konzert ja immer, wehe wenn nicht, dann nur aus Gründen. Aus nachvollziehbaren Gründen.
    Konzert war dann auch vorbei, Stimmung war naja, da ist noch Luft nach oben. Sehr viel Luft. Man traf sich noch draußen, bevors dann Richtung Zug ging.

    Im Zug angekommen, hingelegt und direkt geschlafen. Also ich. Jackie nicht. Meine Blase war irgendwann in der Früh der Meinung, dass sie aufs Klo müsse. Ich fand das eher bescheiden und machte ihr klar, dass sie mich bis Frankfurt doch bitte in Ruhe lassen solle. Keine Chance, aufstehen war angesagt.
    Raus aus dem Abteil, ich kann bis heute nicht sagen ob die Bahn mich, oder ich sie auf dem Weg zum Klo festhielt. Im Klo angekommen, hielten wir uns wieder gegenseitig fest. Sollte ich durch das Festhalten des Zuges eine Heldentat vollbracht haben, dankt mir nicht, gern geschehen. Zurück im Abteil, einfach hingelegt und weiter geschlafen. Kurz vor Frankfurt erwacht, komplett unfit. Jackie verabschiedet, ein Ticket nach Hause gekauft und mein Bett war nur ne Stunde entfernt.

    Dachte ich zunächst, die S-Bahn Fahrt verlief normal. Beim Umstieg zum Bus fuhr der mir vor der Nase weg. Halbe Stunde warten. Juhu. Dann kam der "richtige" Bus, also rein und mein Bett kommt näher. Dauerte irgendwie lange bis er losfuhr. An der Kreuzung bog der Bus aber falsch ab, zumindest fuhr er nicht den mir bekannten Weg. Ich stellte fest, ich bin im falschen Bus, also nächste Station raus. Ich hatte zu dem Zeitpunkt richtig gute Laune, da es die ganze Zeit auch regnete. Sonne kann ja jeder. Dann einen Metzger erspäht und mir erst mal Frühstück geholt, die Laune stieg dadurch nicht an, den das Essen war einfach schlecht. Gut kann ja jeder. Dann brav zur Haltestelle zurück gelaufen und auch tatsächlich den richtigen Bus erwischt. Statt einer Stunde, drei Stunden Heimfahrt von Frankfurt. Gegen 10 dann die Wohnungstür aufgeschlossen. Couch. Schlafen. Ausnüchtern.

    Achja, ich habe es tatsächlich geschafft, nicht ein scharfes Bild zu machen. Ich schiebs dem Alkohol einfach mal in die Schuhe.


    ---
    Die restlichen 19 Berichte folgen zeitnah, dann aber auf anderen Kanälen, aus bekannten Gründen.
    Notizen und Gefühle sind während der Tour notiert worden, die Worte müssen dann nur noch aufs Papier.
    Zuletzt geändert von Hessen28 am 5. Jan 2017, 20:49, insgesamt 1-mal geändert.
    Hessen28
     
    Beiträge: 2584
    Registriert: 21. Jan 2014, 20:25
    Wohnort: sechsdrei



  • du bist ein knaller..

    angst ich habe... kann deinen groll bis hierher fühlen! ^^

    ich freu mich auf den rest. :)
    ~REGENBOGEN~

    "Der Friede stellt sich niemals überraschend ein. Er fällt nicht vom Himmel wie der Regen.
    Er kommt zu denen, die ihn vorbereiten.
    "
    Kascha
     
    Beiträge: 15783
    Registriert: 20. Jan 2014, 20:17



  • Hesse nee nee nee, soviel von dir zu hören ist neu für mich.
    hast ja scheinbar eher pech gehabt, bremen ist von der sache her auch scheiße. Ging also nicht nur dir so.
    also ich war ja gegen 2 uhr im Bett. ;-)
    ..
    böhse seit 00?!
    Hannoi 04
    ESW LR 05, I+II, Band 2654 Tage an
    FFM 07, 27 Jahre BÖHSE
    HHR 14, I+II
    HHR 15, I+II
    Bremen 16
    Dortmund 16, I
    Hannoi 16, I+II
    FFM 16, III
    B.O.S.C.6348
    Maggi6348
     
    Beiträge: 8436
    Registriert: 10. Feb 2014, 17:12
    Wohnort: LK HM



  • Wenn ich einen Hut hätte....würd ich ihn auch ziehen...
    Ich hab bisher null zusammen geschreibselt.....noch nicht mal darüber nach gedacht.

    Der Hesse und grollig???

    Micky......ach was....mein Bericht folgt...du hast mir mehr als einen Anreiz dafür gegeben, danke ;)

    ~~~~~Machs gut du schöne Zeit, auf wiedersehen~~~~~
    ~~In Memoriam BO-Forum *Januar 2014 † Januar 2017~~


    ~~~~~~~~~~~Die Zukunft ist für ALLE da!~~~~~~~~~~
    ~~~~~~~~~~Forum.Dunklerort~~~~~~~~~
    Lily
     
    Beiträge: 31457
    Registriert: 20. Jan 2014, 23:17
    Wohnort: Ost Westfalen Lippe



  • Micky hat geschrieben:...Dort angekommen erwartete uns Henkka mit seinem Begleiter, der heute – Trommelwirbel – sein erstes Onkelzkonzert erleben dufte...


    Interessant, interessant...
    Tagelang hatte ich von ihm die Zusage für das Ticket, um dann am Konzerttag nachmittags um 14 Uhr eine Whatsapp-Nachricht zu bekommen, dass ihm arbeits-technisch was dazwischen gekommen ist, und er selber nicht nach München kommt.
    Die Wahrheit hätte es auch getan, aber dann noch so eine billige 0815-Geschichte zu erfinden.. Geht gar nicht, Henkka...
    2002 München - 2003 Ferropolis - 2004 München - 2005 VCT - 2014 Hockenheim - 2015 Hockenheim - 2016 Frankfurt II
    manu2k1
     
    Beiträge: 9
    Registriert: 28. Jun 2015, 23:33



  • Dann schaun ma mal, wie weit ich komme …

    Erstmal Dank an all die Kartenbesorger: hutze, FaPi und knuffi, sowie Micky für die Logistik ;)
    Einfach klasse, wie das Teamwork funktioniert.

    21.11.2016 – FFM I


    Ich starte gegen 10:30 Uhr, etwas später als geplant, bei ziemlich miesen Regenwetter. Unterwegs nötigt mich mein Navi, die Autobahn zu verlassen. Ich gehorche murrend. Aber wie mir das Radio kurz darauf verrät, war es eine weise Entscheidung, bei Lautern brennt ein LKW … man steht 2 Stunden.
    Dafür habe ich keine Nerven und vorallem keine Zeit, soll ich doch Henkka vom Bahnhof abholen.
    Der illegale Blick aufs Phone verrät mir jedoch, dass dieser etwas mehr Zeit im ICE verbringen wird, als geplant. Kurz entschlossen geht’s erstmal zu Jackie. Dort sind schon Kanzler und Firma. Jackie stellt mir Frankfurts ganzen Stolz vor. Auf dem Rückweg treffen wir dann auch den Hessen, der seinen Rucksack neben einem riesigen Loch im Boden geparkt hat und einigermaßen fassungslos diese Mörderbaustelle begutachtet. Die Mitteilung, dass es bei Jackie wegen der Bauarbeiten zurzeit kein Wasser gibt, entfacht auch keine wirkliche Begeisterung.
    Kurze Zeit später düse ich zum Bahnhof und stelle fest, dass der anvisierte Parkplatz nicht mehr existiert – er ist einer Baustelle gewichen *Augen roll*
    Also ab ins Parkhaus und zum Bahnhof gestürmt. An der Tür steht schon ein ob der Pünktlichkeit der Bahn völlig gestresster Henkka, der sich entnervt an seiner Kippe festhält. Ich begrüße in kurz und laufe schnell weiter, denn Jo und Nine sind auch gerade angekommen. Erstmal ist großes Gruppenkuscheln angesagt, das bei Jackie dann weiter geht. Henkka und ich fahren etwas vor den anderen los, um in unserem Hotel einzuchecken, das in Fußnähe zur Festhalle liegt; Kanzler begleitet uns.
    In Schale geschmissen geht’s dann ab zum Einlass, wo wir auf trish mit Begleiter sowie Caviezel treffen. Unser redseliger Schweizer hat sich strategisch günstig nah am Einlass positioniert. Nach und nach kommen die anderen und ich lerne Do_05 kennen und mögen. Kanzler überlässt mir freundlicherweise seinen Mantel, als der Regen zu arg wird.
    Wir kommen schnell genug durch die Schleusen und schaffen es, in die erste Reihe zu gelangen. Caviezel breitet sein Banner aus, Jo hält sich am Geländer fest. Und da stehen wir, Jackie, der Hesse, Firma, hutze, trish, Jo und Nine, Henkka, Caviezel und meine Wenigkeit. FaPi meldet sich von unterwegs, er kommt später. Ich bin skeptisch, ob er die erste Welle schafft, aber irgendwie kriegt er es tatsächlich hin, genau wie Anti.
    Auftritt: Vagabundos de Lujo. Für mich ist es das erste Mal, dass ich die Jungs sehe, und ich kann sofort die Begeisterung der anderen, die sie ja schon von der W – Tour kennen, verstehen. Die beiden spielen so gut gelaunt und locker, dass es einfach Spaß macht. Und ich finde, es gehören schon Eier dazu, auf zwei Stühlen mit zwei Gitarren und einer Kiste auf dieser Mega-Bühne zu sitzen und vor der versammelten Onkelz-Meute instrumental zu performen. Absolute Sympathieträger. Ihr „Paint it black“ gefällt mir richtig gut.
    Dann die Beastos. Ich weiß, dass viele nichts mit ihnen anfangen konnten. Mir hat dieser „altmodische“ Auftritt richtig gut gefallen, die Musik war auf den Punkt, die Show war ganz nett. Man merkt einfach, dass da ein bisschen Alice Cooper drin steckt, auch wenn in FFM I und II seine Tochter nicht dabei ist.
    Umbauphase. Und dann, seit einer gefühlten Ewigkeit endlich wieder in der Halle: die Onkelz. Der Opener holt mich leider nicht so ab und wird es auch während der anderen Konzerte nicht, aber ab den ersten Noten der„10 Jahre“ und der darauf folgenden gemeinschaftlichen Euphorie weiß ich wieder, was ein Onkelz-Konzert so besonders macht. Die Setlist ist hinreichend bekannt und soll hier nicht nochmal durchgekaut werden.

    Die Onkelz von hier vorne zu beobachten macht einfach Spaß. Man sieht ihnen die Spielfreude und die Begeisterung an. Gonzo und Stephan, die sich gegenseitig beim Spielen anfeuern, Kevin, der die Bühne komplett ausnutzt und bei dem endlich das Gefühl hat, er sieht das Publikum, er reagiert auf das Publikum. Von Pe sieht man naturgemäß leider nicht so viel, aber wenn ich auf der Leinwand einen Blick auf ihn erhaschen kann, da sieht man den Schalk aus seinen Augen gucken. Die Freude an einander, die Freude an uns ist ihnen deutlich anzumerken.

    Neben mir steht Caviezel in einer Schockstarre, zumindest wirkt es auf mich so. Es ist seine Art der Begeisterung, wie ich noch lernen werde. Jo auf der anderen Seite neben Nine hält sich tapfer, auch wenn ihm die Anstrengung anzusehen ist. Im Graben steht eine gut gelaunte und aufmerksame Security, die sich auch um uns kümmert, Jo bekommt Wasser und er wird auch von jemandem vom Management erkannt und begrüßt.

    Am Schluss stehen wir noch lange völlig ausgepowert vor der Bühne. So lange, bis uns die Security rausfegen muss, was in FFM dann noch zur lieben Gewohnheit werden soll. Wir können uns halt nur schwer von einander trennen, je mehr Familias auf einem Haufen, desto mehr mutiert das Ganze zu einer verdammt zähen Masse ;)
    Diese zähe Masse klebt dann noch ewig am Merch, wo außerdem die Vagabundos zum Quatschen stehen, und auch der Frontmann der Beastos läuft nochmal durch. Barish erzählt, dass sie die Erlaubnis der Onkelz hat, hat nächsten Tag Mexico zu spielen. Freude macht breit.
    Nach drei weiteren Rauswürfen, erst aus der Halle, dann vor der Halle, dann richtig runter vom Gelände, und dem Verabschieden derjenigen, die heute wieder nach Hause fahren, entscheiden wir uns aus Hungergründen den Macces im Bahnhof aufzusuchen. Der ist gut gefüllt mit hauptsächlich Onkelzmerch tragenden Gestalten und es dauert lange, bis wir alle sitzen und essen. Wir albern viel herum und lernen eine gute Freundin von Jackie kennen, die einige erstaunliche Anekdoten aus Jackies Jugend zu berichten hat.

    Nach wiederum langwierigen Verabschiedungen (die zähe Masse...) laufen Henkka und ich gen Hotel, froh, die Füße hochlegen zu können.

    to be continued
    ... LA FAMILIA ...
    ... elitär und anderszärtlich ...
    ... nur echt mit Panzertape und Leberwurst ...


    ich schick mein Hirn auf Reisen
    Noreia78
     
    Beiträge: 12312
    Registriert: 23. Jan 2014, 21:55
    Wohnort: Saarland



  • Tickets

    Da ich aufgrund der Erfahrungen der vorangegangenen Konzerte (2014 Nichts ist für die Ewigkeit und 2015 Böhse für’s Leben in Hockenheim sowie 2016 Symphonien und Sonaten in Essen) vorher nicht wissen konnte, ob ich Erfolg beim Ticketkauf haben würde, setzte ich meine Schwester bei der ersten Verkaufsphase auf Berlin (B) 1 an. Es schien mir einfacher an Eintrittskarten für Freitag zu kommen, als für Samstag. Ich selbst wollte versuchen für Hannover Eintrittskarten zu bekommen.

    Ich hatte das unerwartete Glück in der ersten Verkaufsphase bei Eventim Eintrittskarten für Frankfurt (FFM) 1, Dortmund (DO) 1 sowie Hannover (H) 1 und 2 kaufen zu können. Dank Juranaut und Jenny in der zweiten Verkaufsphase sogar auch noch für DO2.
    Meine Schwester war bei B1 erfolgreich.
    Über einen Tickettausch mit trish war mir eine Karte für FFM 3 sicher.
    Als boysen über das Onkelzforum Karten für Hamburg oder Hannover suchte, gab ich meine Tickets für H2 ab.
    Demnach hätte ich bei FFM1, DO 1 und 2, H1, B1 und FFM3 dabei sein sollen. (Stand Mai)

    Was ein Package. Zum ersten Mal die Onkelz in der Festhalle und auch zum ersten Mal in der Westfalenhalle. Gänsehaut.

    Bekanntermaßen wurde die Generalprobe in Bremen in ein reguläres Konzert umfirmiert. Die Tour war ausverkauft, der zusätzliche Termin war eine Chance für diejenigen, die zuvor leer ausgegangen sind. Zu meiner Überraschung war der Ansturm auf die Tickets nicht so stark, wie bei den anderen Konzertterminen.
    Da ich bereits Karten für 6 Konzerte hatte, zögerte ich zunächst, griff dann im Oktober aber doch zu.

    Wie aus 7 Konzerten dann 10 bzw. 9 wurden, dazu später mehr.
    Kanzler
     
    Beiträge: 9321
    Registriert: 6. Feb 2014, 18:53
    Wohnort: West-Ostfalen



  • 16.11.2016 Bremen ÖVB-Arena

    Über das Onkelzforum und im April 2016 beim Der W Konzert im realen Leben lernte ich Discere kennen. Sie hatte angeboten, mir einen Schlafplatz nach dem Onkelzkonzert in Bremen zur Verfügung zu stellen. Dieses Angebot nahm ich dankbar an, die Vorstellung, nach dem Gig noch ca. 2h mit dem Auto zurückzufahren war aufgrund der Erfahrungen der Konzertbesuche im April bei Der W nicht so toll, Stichwort Sekundenschlaf.

    Vormittags war ich noch arbeiten, dann ging es auf die Autobahn, Onkelz aufgedreht und auf zu Discere. Allerdings nicht mit dem sogenannten Kanzlerexpress, sondern mit dem kleinen Auto, das sonst meine Frau fährt. Nach dem herzlichen Empfang und einem Plausch bei Glühwein machten wir uns auf den Weg zum Bahnhof. Mit der NWB ging es kurz nach 16:00 Uhr in Richtung Bremen. Vom Bahnhof ist es nur ein Katzensprung zum Veranstaltungsort. Da war sie, die Halle in der ich 16 Jahre zuvor schon einmal einen Auftritt der Böhsen Onkelz sah.

    Nach diversen Versuchen über Messenger und SMS die Leute zusammenzutrommeln, die sich bereits rund um den Bahnhof und die Halle aufhielten, trafen wir nach und nach auf bekannte und neue Gesichter. Die ersten waren Boehser Junge (BJ), Mrs. Dixon und ihre Begleitung. Was für eine Freude, die beiden wiederzusehen. Als Willkommensgruß gab es Bier und Schnaps. Beim Nordtreffen im September hatte ich BJ noch gesagt, wie sehr mir sein selbstveredelter Strohhut gefällt. Jetzt hatte er einen für mich dabei.

    Als nächstes lernte ich caviezel persönlich kennen, der mir ebenfalls aus dem Forum bekannt ist. Er hatte sich mit seiner Frau aus der Schweiz auf den Weg nach Bremen gemacht. Erkennungszeichen Schwiizer Fahne, schrieb er per SMS. War gar nicht so einfach, den langen Kerl zu umarmen. Henkka hatte mir das La Familia Shirt für caviezel mitgeschickt, das dieser sofort anzog. Es gab das nächste Bier, das Bierkarussell vor der Halle hatte die gleichen Getränkepreise, die in der Halle galten, wie sich später herausstellte - und auch die Motivbecher.

    Während wir dort standen und die Schlangen am Einlass länger wurden, kam Melli auf mich zugetürmt, die ich ebenfalls in Hannover bei Der W kennengelernt hatte. Eine Umarmung und ein kurzes Gespräch später verschwand sie wieder in der Menge der Wartenden. Ihren Kumpel Onkelztoni erspähte ich darin und er mich.

    Juranaut und Bambi standen bereits in der Traube vorm Einlass. Ich hatte noch versucht caviezel und seine Frau zu ihnen zu bringen, aber ich fand die beiden Nordlichter nicht. Kurzerhand blieben die Schweizer in der Menge, was ihnen einen Platz vor der Bühne sicherte. Ich ging zurück zum Getränkestand.

    Vielleicht trübt die lange Zeit meine Erinnerung, vielleicht war es auch einfach zu kalt. Jedoch hatte ich den Eindruck, dass früher vor den Hallen mehr Stimmung war. Wenn ich mich an Bremen 2000 erinnere, da saßen überall Leute in Gruppen, es liefen Onkelzlieder in Autoradios und Ghettoblastern, es wurden Lieder mitgesungen. Und es gab draußen mehr Fangesänge. Zugegeben, jetzt war der „halbe“ Parkplatz gesperrt, die Autos standen relativ weit weg. Und das Konzert damals war Mitte Mai. Eine Jahreszeit, die mir für die nächste Tour sehr angenehm wäre.

    Dann trafen wir boysen und seine beiden Freunde. Auf diese Begegnung hatte ich mich sehr gefreut und es sollte sich zeigen, dass es einfach passt. Genauso mit Wolfsblut, der extra 11 Stunden aus Österreich mit dem Auto angereist war. Inzwischen hatten sich noch ein Freund von Discere sowie DO05 dazugesellt, den ich auch erstmalig traf.

    Als klar war, dass mein Kumpel aus Hamburg nicht mehr kommen würde, standen wir bereits in der Warteschlange. Sein Hund geriet in eine Beißerei und die beiden waren beim Tierarzt.

    Jackie, Hessen und FaPi kamen recht kurz vor knapp mit der Bahn an, wir trafen uns erst in der Halle. Da begegnete ich auch Böhser Nürnberger, den ich beim Frankentreffen kennenlernte sowie Böhser Markus, Maggi und Micha, die ich zuvor noch nicht getroffen hatte, sowie Disceres Freund.

    Nach einem Abstecher zur Toilette brachte ich mein Zeug weg. Weil mir im EG zu viel Trubel war, bin ich zur Garderobe auf die Empore. Da ich die anderen nicht sah, rief ich wie ein Marktschreier boysen aus. Als ich die Truppe wiedergefunden hatte ging es in den Innenraum. Endlich wieder Onkelz in der Halle. Noch dazu ohne Vorband, also gleich in die Vollen. Unsere Gruppe stand links vom Mischpult, etwas versetzt nach hinten. Die Bühne kannte ich schon vom Foto, aber live ist es immer noch etwas anderes, vor allem natürlich mit Lichtshow.

    Die Vorfreude war inzwischen gigantisch. Als das Intro erklang, war ich sofort in meinem Element. Von Anfang an mitgegröhlt und getanzt. Vor uns war ein kleiner Pogokreis. Als sich eine Lücke auftat, bin ich da durch und stand so ein paar Reihen weiter vorne. Dort wurde ich angemotzt, dass drei Reihen weiter der Wellenbrecher stünde, ich käme eh nicht durch. Na gut, dann eben wieder zurück zu den anderen, da war sowieso bessere Stimmung.

    Es war toll mit dieser Truppe diesen Abend zu verbringen. Mit einigen war ich schon auf Konzerten anderer Bands (Der W, Saltatio Mortis), andere traf ich wie erwähnt zum ersten Mal. Von den „Neuen“ ist vor allem boysen ein absolutes Feierbiest!

    Da wir spät in der Halle waren, standen wir dicht an der Tür. Das hatte u.a. den Vorteil, dass die Getränkeversorgung gut klappte. Denn dazu musste man den Innenraum verlassen. Die Sicht war gut, man konnte so die Bühnenshow als Ganzes erfassen.

    FaPi hatte sein Banner dabei. Wir sprachen darüber, ob wir es vielleicht am Ranggeländer aufhängen könnten. Er war sich nicht sicher, ich dachte mir, Versuch macht kluch und deute zur Tür. Wir sind dann die Treppe hoch und auf den Rang gegangen und haben bei Mexico das Banner ausgebreitet. Ein übereifriger Ordner meinte relativ kurz danach, wir müssten es wieder einrollen, wegen der Sichtbehinderung. Na gut, aber es hing kurz und war von der Gegenseite aus gut zu sehen, BJ hatte Fotos davon gemacht.

    Zurück im Innenraum bot mir eine junge Frau eine Kräuterzigarette an, die ich jedoch dankend ablehnte. Wir einigten uns dann darauf, dass wir stattdessen Kräuterschnaps trinken könnten. Nach Ende des Gigs machten wir neben dem Merchandisestand am Haupteingang einen Tresen ausfindig, der Jägermeister verkaufte. Jenny aus Hamburg bestelle eine Runde, ich die zweite. Dann trennten wir uns, um die Klamotten von der Garderobe zu holen. Also Jacke, Pullover, Schal, Mütze – Hose, T-Shirt und Schuhe hatte ich an.

    Wir hatten vor dem Konzert als Treffpunkt die Gebäudeecke bei der Bierbude am Eingang ausgemacht, da einige in der ersten, andere in der zweiten Welle waren und wieder andere Sitzplätze hatten. Vorm Eingang fanden sich nach und nach Leute ein. Ich holte FaPis Rucksack und meinen Strohhut aus BJs Auto und ging zurück zum Treffpunkt, einige machten sich auf den Weg nach Hause (die Gruppe um BJ, Discere und Freund, Jackie und Hessen, Maggi und Micha).

    Wir anderen hielten uns noch im Bahnhof auf. Von überall her dröhnten Onkelzlieder aus den Lautsprechern – der Bahnhof war eine Partymeile voller Onkelzfans. Geil! Einige von uns holten sich etwas zu essen von einem Imbiss. Als jemand den Verkäufer fragte, ob man da auch Ficken (den Schnaps) bekäme, wurde das verneint, aber der Fressbudenverkäufer gab eine Runde Lollis aus. Es gab noch irgendeinen Schnaps, dann ging es nach nebenan ins Gleis 11.

    In der Kneipe saß caviezel mit seiner Frau am Tresen. Es gab ein paar Absacker und es wurden noch einige Lieder geschmettert. So gegen 02:00 schmeckte mir das Bier einfach nicht mehr. FaPi würde auch bei Discere übernachten, wir schnappten uns ein Taxi und ließen uns zur Unterkunft fahren.

    Über die danach folgenden Ereignisse sollten andere berichten, ich war ja nicht dabei. Jedenfalls war die Nachricht von Wolfsblut am nächsten Morgen, ob jemand wüsste, wo boysen sei, schon irritierend, da ich davon ausging, das die beiden gemeinsam weitergefeiert hatten. Ich war früh wach, Stimme und Nacken derangiert. Aber das war es allemal wert.

    Bereits Anfang November stand fest, dass Discere nicht nach Hannover zum Konzert gehen würde. Ein Ticket kaufte ich ihr ab, so würde ich also doch noch zu H2 gehen.

    Zum frühstücken sind sie, FaPi und ich in ein nahegelegenes Cafe gegangen. Anschließend ging es auf die Rückreise. Da Wolfsblut in die gleiche Richtung fuhr, hatten wir daran gedacht, uns unterwegs noch einmal zu treffen. Allerdings variierte die Reisegeschwindigkeit, so dass ich eine Stunde schneller war als er und ihn aufgrund eines Termins dann erst beim Abschlusskonzert wiedersehen sollte.
    Kanzler
     
    Beiträge: 9321
    Registriert: 6. Feb 2014, 18:53
    Wohnort: West-Ostfalen



  • 1994, Fürth, Stadthalle… mein erstes Onkelz-Konzert überhaupt…

    Zeitsprung… 2004, Dortmund, letztes Hallenkonzert… Alleine der Gedanke daran, die Onkelz niemals wieder in einer Halle zu sehen, diese Magie und und dieses Intensive, was die Onkelz in der Halle bringen, nie mehr spüren zu können…

    Hätte mir damals jemand damals, dass 11 Jahre später dieses Feeling und diese Magie wieder aufleben, ich hät diese Person für verrückt erklärt…

    Ja, und dann kam der Januar 2014… Reunion, Hockenheimring, das Realisieren, das sie wieder da sind. 2015, Hockenheimring, der Wahnsinn geht weiter… Aber es waren „nur“ Open Airs… Den wahren (positiven) Wahnsinn entfesseln die Onkelz meiner Meinung nach erst in den Hallen...

    6 Konzerte sollten es also sein, die ich auf der Memento-Tour 2016 besuche. 3x FFM, 2x DO, 1x MUC...

    21.11.2016 Frankfurt - Festhalle

    Nach einer recht chaotischen Anreise (ICE-Verspätung, dann -Ausfall) endlich in der heiligen Stadt anzukommen war ein Feeling wie heimkommen. Das letzte Mal war ich 2001 hier beim 20. Jahre-Jubiläumskonzert. Warten auf Noreia, welche nach der Begrüßung noch Jo und Nine am Gleis abholt, noch nen Sprung bei Jackie vorbeigeschaut, Kanzler mitgenommen, ab ins Hotel, einchecken, frisch machen und dann zur Festhalle gelatscht...

    Der Vorplatz ist schon gut gefüllt, aber ehrlich Leute was ist das? Wo sind die „Wir wollen die Onkelz sehen“-Gesänge? Können und kennen die Jungspunde und Neufans nur „Mexico“ (mit einem fast lauter gebrüllten „Deutschland!“ im Anschluß, muss echt nicht sein)? Das geht ja wohl besser, oder? Fast pünktlich um 17:30 ist Einlass und wir können uns Plätze ganz vorne auf Stephans Seite sichern. Ich bin gespannt auf die Vagabundos, hab ich doch die W-Tour im April verpasst. Und was Barish und Denis da mit 20 Fingern und 2 Gitarren abliefern ist einfach Top.

    Beasto Blanco, erst ein bisschen ungewohnt, dann haben sie doch gezündet. Dieser Mix aus Rob Zombie, ner Portion dreckiger Rock N‘ Roll und einer Spur Alice Cooper (irgendwie klar, Sänger/Gitarrist Chuck Garric zupft bei der Backing Band des Meisters den Bass) begeistert von Song zu Song mehr. Apopo Alice Cooper: wo war die böhse Chanteuse aka Alice Coopers Tochter Calico? Anyway, nach einer kurzweiligen halben Stunde Beasto Blanco und ein bisschen Wartezeit war es dann um 20:45 soweit…

    Mein erstes Onkelz-Hallenkonzert seit Dortmund 2004. Das Intro, „Gott hat ein Problem“, Was für Schalter wurden da in meinen Synapsen von einen Moment auf den anderen umgelegt, was ist da alles auf mich an Emotionen eingeprasselt. „10 Jahre“… Kevins „JAAAAAAAAAAAAAA!“… Was für eine Abfahrt, es wird gedrückt, es wird geschoben, man tanzt, man singt. Leute, schaut doch mal den Herrn Russell in die Augen. Da ist Leben drin, das ist Freude drin. Der Mann lebt. Der W und Gonzo am Dauergrinsen, was pushen sich die beiden gegenseitig hoch, sind auf einer Wellenlänge. Nicht mehr dieses fast olympisch anmutende „Aus dem Weg gehen“ der Tour 2004 sondern ein aufeinander zugehen...

    Bei „Schutzgeist der Scheiße“ (eines der Lieder wo mir persönlich aus verschiedenen Gründen sehr viel bedeutet) kann ich nicht mehr anders, ich muss kurz die Halle verlassen. Zuviel was da in diesem Moment an Emotionen, Erinnerungen und Gedanken auf mich einprasseln. Nachdem ich mich wieder gefangen habe hol ich mir schnell was zu trinken und es geht wieder in die Halle, erneut rein in den Wahnsinn, Stephan scheint ein bisschen was zu verwechseln und versiebt die Ansage vor „Nur die besten sterben jung“, aber Humor ist wenn man trotzdem lacht. Und viel zu schnell nach einer zweistündigen emotionalen Achterbahnfahrt kommt dann schließlich „Erinnerungen“, „… mach’s gut du schöne Zeit, auf Wiedersehen“… zumindest bis zum nächsten Tag…

    Nach dem Konzert holen sich einige Merch, andere trinken was, fast alle quatschen noch ein bisschen mit den Vagabundos, sympathische Kerle, wirklich. Nachdem wir von der Security freundlich aber bestimmt aus der Halle gefegt werden, steht noch eine kleine Nachtwanderung Richtung Bahnhof an, Essen fassen. Danach nochmal großes Verabschieden von allen ehe Noreia und ich uns auf den Weg in unser Hotel machen.

    Stay tuned… es folgt bald FFM2
    Der Letzte macht das Licht aus... Wir gehen...
    Henkka
     
    Beiträge: 15177
    Registriert: 18. Sep 2015, 16:43
    Wohnort: Vilseck



  • Wir werden general geprobt.

    Oder „in Bremen sind paar Musikanten“

    Nach eigener Aussage, hatten selbst die Onkelz die Generalprobe nicht so ganz in ihrer Zeitplanung. So wirkte es auch bei vielen Fans. So ging es für mich nach der Arbeit mit dem ICE gen Norden, der weit nach Einlass Beginn erst dort sein würde. Ja die Herren der zeitnahen Informationen hatten es erst am Dienstag veröffentlicht. Was für jeden Sparpreis natürlich zu spät ist. Also nehmen wir das Ticket wie es ist. Hatte es ja den charmanten Vorteil, das ich ab Hannover zu fünft reisen würde.
    Es mangelte schon bei der Abreise an Zeit. Dann kam mein ICE also der entscheidende schon 5 Minuten zu spät. Unterwegs sah ich kaum Onkelz Fans. Die waren wohl alle cleverer oder einfach per se früher gestartet. Bis Hannover hielten wir die Verspätung grob und Jackie mit ihrem Zug würde, meinen als Anschluss in Hannover bekommen. So war es auch. Es war eine Wohltat in diese freudigen Gesichter zu sehen als Jackie, Hessen28, Maggi und Michael im Gang des ICE auftauchten.

    Doch auch die fehlende Organisation machte sich langsam bemerkbar. Schließfach oder Kanzlerexpress? Das war die entscheidende Frage bei Ankunft. Stille Post im digitalen Zeitalter? Man kann über viele Ecken und viel schneller mehr Leute verwirren. Also Schließfach. ;)

    Auf dem Weg vom Schließfach hielten wir die Augen offen, das Discere und ihr Verlobter dort wohl rum standen. Der Bahnhof wirkte leer bis zur Kneipe „Gleis 11“, welche am Ausgang Richtung Arena liegt. Auf einmal bam, alles voll mit Fans von so einer Frankfurter Band. Auch lief in der Bar Onkelz hoch und runter. Ob es ein Wunder war, dass die berühmten Stadtmusikanten auch genau vier waren? Ich wollte nicht spekulieren, wer der Onkelz welchem Tier zugelost wird. XDXD

    Jackie und Hessen28 freute sich einen Ast ab und man konnte die Stimmung fühlen. Diese leichte Gänsehaut, die nichts mit der ohnehin fehlenden Kälte zu tun hatte. Direkt in dem Gewussel fanden wir auch Disceres Verlobten. Aber uns zog es nach draußen. Kaum hatten wir die ersten Blicke auf die Arena oder die vielen unterwegs positionierten Bierstände entdeckt, hatte uns Discere schon eingeholt und das Chaos konnte Beginnen „das nimmt uns davon frei, keine Fehler machen zu müssen“ wir Stephan später sagen. Woher er nur immer die passenden Worte nahm?

    Internet wohl bei allen Massenveranstalltungen eher mäßig bis nicht vorhanden, war es schwer sich zu organisieren, selbst wenn alle sich nicht mal an ihr eigenes „wir warten hier“ halten. Ergo wir waren zu siebt am Einlass aber Kanzler uund Co verschwunden. Caviezel haben wir nicht auf dem Schirm gehabt, Nürnberger war irgendwo in diesem Bulk von Fanz und dann schon drin. Juranaut war wohl auch schon in der ersten Welle. Gefühlt standen noch 3-4 Tausend Fans vor der Tür und es tröpfelte nur so rein.

    Ganz unfair quetschten wir uns an der Seite mit rein. Nur um drinnen weiteres Chaos zu stiften. Toilette, Garderobe, Merch und Raucherbereich, in ersteren verteilte sich die Gruppe, in letzerem waren Nürnberger und Juranaut angeblich. Bis wir wieder alle zusammen hatten waren wir schon 10 Minuten vor Abflug. Unsere Gruppe war um Nürnberger, Boysen, Wolfsblut und Begleiter gewachsen.
    Also rein in die 2. Welle. Der Wellenbrecher war da, wo auch das „Mischpult“ anfing.

    Das Bild von der Bühne wurde ja schon vorher von den Onkelz gezeigt. Aber dieses Gerät live zu sehen, war nochmal was anderes. Onkelz spielen in der Halle, also Micky hat mich da ja schon ziemlich nervös gemacht. Durch das vorbereitende Chaos, stehen wir also 2. Welle fast ganz hinten.
    Es ist irgendwie alles von diesem Probencharakter durchzogen. Es liegt eine gewisse Spannung in der Luft. Sie verfliegt auch nicht als das Licht aus geht und die Menge zu singen beginnt. Dann kommen die 4 auf die Bühnen. Der Überraschungsmoment was ist der Opener? Als es wie vermutet doch „Gott hat ein Problem“ ist, schwappt eine Welle zwischen "oh" und "hab ich es doch gesagt" durch mich und sicher einige andere in meiner Umgebung. 10 Jahre knallt zu mindestens auf der Bühne und um mich rum. Das Lineup überrascht mit einigen Liedern. Die Neuen haben auf der CD schon nicht gezündet, heute passiert dies bei mir auch nicht.
    Die Ansagen erklären einige Hypothesen zu den Songs und auch wenn keiner groß mitsingt bei den Neuen, die Onkelz feiern ihr Fest.

    Alles wirkt noch etwas unrund. Bomberpilot haut richtig rein und mit dem Lied fühle ich mich viel zu spät abgeholt. Zu spät sicher ein wenig, weil ich dummerweise die Playlist mit schreibe. War doch klar das genug andere da sind, die sie eh posten. *facepalm* Discere will mich ein paar mal da raus holen, leider vergeblich. Ich komme da heut noch nicht ran. Wie gesagt erst gegen Ende bin ich dem Alltag weit genug entrückt um zu feiern. Es ist wie ein Knoten mit dem sich auch die Anspannung langsam auflöst. Sie gehen in die „Pause“. Es dauert etwas bis sie zurück kommen. Als 3 Lieder später Mexico läuft, bittet mich Kanzler zu den Sitzplätzen und wir halten das Banner über das Geländer. Leider nur lang genug für ein Foto, danach fordert uns die Security leider dazu auf, es zu entfernen. Klar machen wir auch noch ein paar Fotos und somit war ich nun wirklich da.
    Bild

    Mit dem überraschenden Erinnerung geht das Konzert zu ende und nach kurzem Warten das Licht wieder an. Es war gut, etwas ungeschliffen, bei Band und Publikum. Die Leinwände sind toll, die an der Seite fürs Geschehen und die oben und hinten für die Thematik. Es wurde zu jedem Lied ein komplettes Paket geschnürt. Soweit wirkt die Arbeit stimmig. Als das Konzert rum ist, frag ich mich wirklich ob, ob dass alles war. Zum aufwärmen war es recht gut, aber so richtig dafür brennen tue ich noch nicht.

    Weitere Fotos im Hellen und wir werden aus der Halle gekehrt. Wir versuchen uns wieder zu finden am Bierstand. Zu erst finden wir Jura und zu aller letzt stößt der Kanzler wieder zu uns, leider ohne den BöhsenJunge, der wohl da schon auf der Heimfahrt ist, nachdem der Kanzler ihn verabschiedet hat. Jackie, Hessen und so reisen schnell mit der letzten Bahn ab. Ich holte noch meine Tasche aus dem Schließfach und treffe die Anderen immer noch vor der Halle.
    Eine Zeit lang stehen wir nur vor der Halle und Quatschen, schließlich geben Kanzler und ich unser Gebäck an Discere die heim will und entschließen uns mit dem Rest Richtung Bahnhof aufzumachen.

    After Show Party im Bahnhof. Die Stimmung war genial. Onkelz Lieder und die gleiche Bar wie bei der Ankunft innen und außen voll Fanz. Durch die Scheibe der Bar erkenne ich unser Shirt und so ist es mir noch möglich Caviezel kennen zulernen. Es wird noch ein lustiger Abend. Doch die Aftershow leert sich und es bleiben nur die ganz harten zurück. Gegen 2 Uhr sackte ich den Kanzler ein, weil die Stimmung einfach kippte und schon einiges an Glasbruch da war. Wie der Abend weiter ging sollten wir erst später erfahren.

    Die Ankunft und das „Bett finden“ gestaltete sich in einem fremden Haus, nachts eher abenteuerlich. Ich lag erfolgreich in einem Bett und alles an mir sank vor Erschöpfung in den Schlaf. Am nächsten Morgen traf ich Discere und Kanzler oben am Tisch und bekam einen ersten Kaffee. Das Frühstück gab es auswärts, gefolgt von einer heißen Jagd zum Hauptbahnhof. Aber ich erreiche meinen Zug ohne Probleme. Dieses Konzert war ziemlich gehetzt. Würde ich weitere solche Konzerte haben, würde mein Körper demnächst streiken.
    ***
    Manche Momente wissen noch nicht, dass sie zu Erinnerungen werden.
    ***
    Können wir das mit Tagen nicht wie mit Handtüchern im Hotel machen?
    Tag am Boden: ich will nen neuen.
    Tag am Haken: nehm ich nochmal.
    FaPi
     
    Beiträge: 18126
    Registriert: 18. Feb 2014, 16:02
    Wohnort: Ochsenfurt, Unterfranken



  • Sehr schön Micky.

    Ich tue mir immer schwer Onkelz Konzerte im Nachhinein zu beschreiben.

    Es ist noch jeder Versuch gescheitert, weil es am Ende zu lang und mit zu vielen Erinnerungen gespickt ist, die nicht in die Öffentlichkeit gehören. Aber vielleicht was zur Onkelztouren an sich und die Memento Tour einbeziehen. Keine Ahnung um die 38 Konzerte waren es auf verschiedenen Touren die ich besucht habe. Ganz am Anfang war es einfach steil gehen, saufen und man durfte sich im Nachgang reichlich nach dem Sinn fragen.

    Aber man wird älter, das Leben tobt und gibt einem hier und da ein Paar mit. Ich bin kein Einzelgänger, aber meinen Schamas an Gefühlen teile ich nicht mit anderen Menschen, schon aus Prinzip nicht. Ich musste und muss anderen Kanäle zur Verarbeitung und Bewältigung finden und da kommen die Onkelz ins Spiel und die Gewissheit, dass spätestens ab dem Lausitzring ein Onkelz Konzert Besuch nicht nur noch ein Quell der Freude ist.

    Während der 00er Tour verstarb meine Schwester, die Woche vor dem Lausitzring hab ich den Bruder meiner Mutter in seiner Wohnung Tot am Strick gefunden. Dazwischen gab es auch viel unschönes, manches dumm gelaufen, anderes hausgemacht. 3 Tage vor Böhse fürs Leben ruft mich die Ex Frau meines langjährigen Kollegen morgens um 6 Uhr an und erklärt mir das er verstorben ist, sein Ticket liegt hier heute noch rum...

    Neben den Inhalten in vielen Onkelzsongs, hab ich mit den oben genannten Menschen die liebe zu dieser Band geteilt. Ich war trotz dieser Erlebnisse bei der 00er Tour, auf dem Lausitzring und bei BFL. Warum ich das schreibe? Weil man sonst überhaupt nicht nachvollziehen kann warum ich während eines Onkelzkonzertes je nach Tagesform auch mal 50 Prozent während des Gigs damit verbringe Rotz und Wasser zu heulen.

    Das war auch dieses Jahr bei der Memento Tour in Frankfurt so.

    Natürlich fand ich Hockenheim 2015 und 2016 geil. Aber diese Hallentour, auf die habe ich mich seit Bekanntgabe gefreut und gefürchtet zu gleich. Auf dem Weg zur Festhalle fragt die Freundin schon eher besorgt und im Stile unseres Humors: Stabil heute? Ich bejahe aber es tobt schon in mir, mit jedem Meter wo wir der Festhalle näher kommen. Ich war hier bestimmt schon 7-8 mal bei den Onkelz, aber ich gewöhne mich nie dran. Es kommt letztlich wie es kommen muss. Ich habe bis zu "Nur die besten sterben jung" die Geschichte im Griff, ich erfreue mich an dem topfitten Kevin und dem Anblick "meiner Band" und dann bricht alles raus. So, dass sich schon die Leute um uns besorgt umdrehen und nach fragen ob alles okay ist.

    Ab dem Zeitpunkt wird bis zum Konzertende durchgeflennt, jedes Wort, jede Note wie ein Schlag in die Fresse aber von der Sorte die man sich gerne abholt, die w tut aber es so wunderbar ist wenn der Schmerz wieder nach lässt. Was da in meiner Birne abgeht müsste man auf einen Stick extrahieren können. Längst vergessen Geschichten, schöne Erinnerungen, drecks Erinnerungen und das Lied für Lied.

    Eine Stunde dieses Konzerts war gefühlt eine Qual, aber wenn ich die Halle raus gehe geht es mir gut, dann bin ich fitt und das ist dann auch wieder der Zeitpunkt wo mich meine Freundin das erst mal wieder anspricht. Warst nicht so stabil jetzt oder? Die Begeisterung für die Onkelz hält sich bei meiner Freundin übrigens in Grenzen und das bizarre Verhältnis "zu meiner Band" fand sie von je her -sagen wir mal, merkwürdig-. Aber sie geht seit Hockenheim immer mit und bei diesen Events hat sie eindeutiger wie es nicht sein kann gemerkt, das dies alles wenig mit Groupie dasein zu tun hat sondern das diese Band ohne zu übertreiben den Soundtrack meines Lebens stellt.

    Diese Gefühle erreichen und erreichten natürlich auf der Memento Tour ihren Siedepunkt und ich bin stabil in fast allen Lebenslagen eben nur nicht auf einem Onkelz Konzert.
    sgt.pepper
     
    Beiträge: 316
    Registriert: 21. Jan 2014, 00:43
    Wohnort: Aschaffenburg

Nächste


Zurück zu Böhse Onkelz Tour 2016






Information
  • Wer ist online?
  • Mitglieder in diesem Forum: 0 Mitglieder und 2 Gäste


cron