Böhse Onkelz - Ein Weg im Leben oder Religion?

Jetzt seid Ihr dran! Gibt es eine besondere Geschichte, die euch zu uns geführt hat? Was haben wir aus Eurem Leben gemacht, wie und was habt ihr von uns gelernt? Eine Geschichte, die bewegt oder aufrüttelt? Eine, die Mut macht? Es gibt so viel. Erzählt uns von Euch.


  • Bei mir ist es so, ich lebe Musik.
    Und die Onkelz sind mein weg des Lebens.
    Ich glaube nicht an Gott oder wat was ich für Witzfiguren, ich glaube an die texte der Onkelz!
    Somit pro "Religion" mit ganz viel "überdimensionales"=)!
    Sieger stehen da auf, wo verlierer liegen bleiben
    Spirit of 1919
     
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  • Spirit of 1919 hat geschrieben:Somit pro "Religion" mit ganz viel "überdimensionales"=)!


    Überdimensional wird es für mich erst, wenn die Onkelz irgendwann versterben (wird hoffentlich noch lange dauern) und wieder auferstehen.
    Trisa
     
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  • Trisa hat geschrieben:
    Spirit of 1919 hat geschrieben:Somit pro "Religion" mit ganz viel "überdimensionales"=)!


    Überdimensional wird es für mich erst, wenn die Onkelz irgendwann versterben (wird hoffentlich noch lange dauern) und wieder auferstehen.


    ich glaube zumindest Kevin ist schon ein paar mal gefühlt auferstanden ;)
    Der Soundtrack Onkelz Comback 2014 :D
    http://www.youtube.com/watch?v=JI8HA-5lhqU
    Zeigt das Onkelz FanZ Humor haben und liket das Teil :D
    Thorsten1980
     
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  • Für diese Auferstehungen sind aber eher die Ärzte (also Doktoren) verantwortlich ;-)
    Trisa
     
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  • Lifestyle ist ein schickes neues Wort, wobei es ähnliche Diskussionen über Fankulturen ja auch früher schon gab.
    Doch was macht ihn aus- den Onkelz-Lifestyle?
    Ich habe Fans erlebt, die Onkelz-Textpassagen in ihren Sprachgebrauch fest integriert haben. Das fand ich meist einen sehr anstrengenden Way of Life. Bei anderen war der persönliche Lifestyle die Hoffnung auf männlichen Nachwuchs damit man ihm einen Onkelz-Vornamen verpassen kann. Ich find es hingegen schon befremdlich, wenn man seine Mäuse, Vögel oder Fische Gonzo, Pe, Stephan und Kevin nennt. Wobei zu meinem persönlichen Lifestyle auch Toleranz gehört.

    Allerdings konnte ich weder zu meinem Hardcore-Fanzeiten noch mit viel Abstand sagen, dass ich einen Onkelz-Lifestyle habe. Es gehörte immer auch so vieles anderes dazu als "nur" Onkelzsongs, Fanartikel, Konzertbesuche, etc. Eine kurze Phase von exessiven Konzertkonsum mal ausgenommen, doch selbst bei den wenigen Wochen und tausenden Kilometern quer durch Deutschland gab es weitaus mehr Lifestyle als nur Onkelz, auch wenn ich ständig mit anderen Fans zusammen war, in BO-Klamotten herumlief, sehr viel der Musik hörte, etc.

    Gibt es dennoch einen Lifestyle, der über Fankontakte, Musikhören, Merchandise-Artikel, Onkelztattoos, usw. hinaus geht? Etwas das eurem Lifestyle zu einem Onkelz-Lifestyle macht?
    Ich entdeckte manchmal durchaus Parallelen in meinem Interesse, Handeln, etc. zu den Äußerungen und Aktionen der Onkelz. Zugleich sind die vier doch zu unterschiedlich. Und bei mir waren es auch eher zufällige Parallelen wie zum Beispiel das Interesse an Ibiza- habe dort selbst im Jahr 2002 ein halbes Jahr verbracht und erst danach wurde mir Stephans Liebe zu der Insel bewusst. Vegetarierin war ich bevor ich erstmals Onkelz hörte. Die damals unterstützten Projekte fand ich auch Onkelz-unabhängig unterstützenswert und gut. Als ich mich für die Peru-Aktion beworben hatte, gabs auch Bewerbungen für Stipendien im Ausland, Hilfsprojekte in Afrika im Rahmen von Freiwilligendiensten etc. Zu der "Keine Amnestie für MTV" Aktion hätte ich auch meinen Fernseher auf den Marienplatz geschmissen- wenn ich denn einen besessen hätte. Es gab immer wieder Onkelz-Ansichten, die ich gut teilen konnte.
    Nur sehe ich dies deshalb nicht als Onkelz-Lifestyle. Das ist mein Lifestyle und ich bin so und denke so, weil ich es für richtig halte und nicht weil die Onkelz es predigen. Auch wenn es die Jungs manchmal deshalb noch symphatischer macht ;-) Oder es mir wie beim Flüchtlingsthema einen Anstoß gibt.

    Und leider wurde ich auch oft darin bestätigt, dass es viele Fans anders sehen. Heute würden vermutlich sofort tausende Leute "hier" brüllen, wenn es darum ginge bei ner semilegalen Aktion gegen MTV zu kämpfen. 2002 (war es glaub ich?) waren es ein paar Dutzend Fans auf dem Marienplatz mit Stephan. Der BOSC (der damals dazu aufrief soweit ich mich erinnere) hatte mir vorher eine Mitgliedsnummer nahe der 5000 gegeben. Und war es nicht sogar so, dass jeder dabei sein konnte? Zumindest erinnere ich mich noch, dass ich damals gerne noch ein paar Onkelz-Kumpels mitgenommen hätte- das Interesse hielt sich jedoch arg in Grenzen.
    Das kann ich durchaus akzeptieren und ich erwarte auch nicht, dass BO-Fans sich wie Boygroup-Groupies verhalten und ihre Stars kopieren, vergöttern, etc. Doch warum wird gerade der Onkelz-Lifestyle immer wieder so betont?

    Viele erinnern sich vielleicht noch an das Verhalten den Vorgruppen gegenübern. Selbst wenn Stephan vorher in einer Ansage erklärte, dass er die Gruppe gut findet, es seine Freunde sind und man sie doch bitte nicht neben dem Ausbuhen noch bewerfen möchte, haben manche darauf geschissen. Mangelnder Respekt? Oder ist dies der wahre Onkelz-Lifestyle? "Wir sind hässlich, brutal und gewalttätig"?

    Was ist er für euch- der Onkelz-Lifestyle?
    Trisa
     
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  • Trisa hat geschrieben:Lifestyle ist ein schickes neues Wort, wobei es ähnliche Diskussionen über Fankulturen ja auch früher schon gab.
    Doch was macht ihn aus- den Onkelz-Lifestyle?
    Ich habe Fans erlebt, die Onkelz-Textpassagen in ihren Sprachgebrauch fest integriert haben. Das fand ich meist einen sehr anstrengenden Way of Life. Bei anderen war der persönliche Lifestyle die Hoffnung auf männlichen Nachwuchs damit man ihm einen Onkelz-Vornamen verpassen kann. Ich find es hingegen schon befremdlich, wenn man seine Mäuse, Vögel oder Fische Gonzo, Pe, Stephan und Kevin nennt. Wobei zu meinem persönlichen Lifestyle auch Toleranz gehört.

    Allerdings konnte ich weder zu meinem Hardcore-Fanzeiten noch mit viel Abstand sagen, dass ich einen Onkelz-Lifestyle habe. Es gehörte immer auch so vieles anderes dazu als "nur" Onkelzsongs, Fanartikel, Konzertbesuche, etc. Eine kurze Phase von exessiven Konzertkonsum mal ausgenommen, doch selbst bei den wenigen Wochen und tausenden Kilometern quer durch Deutschland gab es weitaus mehr Lifestyle als nur Onkelz, auch wenn ich ständig mit anderen Fans zusammen war, in BO-Klamotten herumlief, sehr viel der Musik hörte, etc.

    Gibt es dennoch einen Lifestyle, der über Fankontakte, Musikhören, Merchandise-Artikel, Onkelztattoos, usw. hinaus geht? Etwas das eurem Lifestyle zu einem Onkelz-Lifestyle macht?
    Ich entdeckte manchmal durchaus Parallelen in meinem Interesse, Handeln, etc. zu den Äußerungen und Aktionen der Onkelz. Zugleich sind die vier doch zu unterschiedlich. Und bei mir waren es auch eher zufällige Parallelen wie zum Beispiel das Interesse an Ibiza- habe dort selbst im Jahr 2002 ein halbes Jahr verbracht und erst danach wurde mir Stephans Liebe zu der Insel bewusst. Vegetarierin war ich bevor ich erstmals Onkelz hörte. Die damals unterstützten Projekte fand ich auch Onkelz-unabhängig unterstützenswert und gut. Als ich mich für die Peru-Aktion beworben hatte, gabs auch Bewerbungen für Stipendien im Ausland, Hilfsprojekte in Afrika im Rahmen von Freiwilligendiensten etc. Zu der "Keine Amnestie für MTV" Aktion hätte ich auch meinen Fernseher auf den Marienplatz geschmissen- wenn ich denn einen besessen hätte. Es gab immer wieder Onkelz-Ansichten, die ich gut teilen konnte.
    Nur sehe ich dies deshalb nicht als Onkelz-Lifestyle. Das ist mein Lifestyle und ich bin so und denke so, weil ich es für richtig halte und nicht weil die Onkelz es predigen. Auch wenn es die Jungs manchmal deshalb noch symphatischer macht ;-) Oder es mir wie beim Flüchtlingsthema einen Anstoß gibt.

    Und leider wurde ich auch oft darin bestätigt, dass es viele Fans anders sehen. Heute würden vermutlich sofort tausende Leute "hier" brüllen, wenn es darum ginge bei ner semilegalen Aktion gegen MTV zu kämpfen. 2002 (war es glaub ich?) waren es ein paar Dutzend Fans auf dem Marienplatz mit Stephan. Der BOSC (der damals dazu aufrief soweit ich mich erinnere) hatte mir vorher eine Mitgliedsnummer nahe der 5000 gegeben. Und war es nicht sogar so, dass jeder dabei sein konnte? Zumindest erinnere ich mich noch, dass ich damals gerne noch ein paar Onkelz-Kumpels mitgenommen hätte- das Interesse hielt sich jedoch arg in Grenzen.
    Das kann ich durchaus akzeptieren und ich erwarte auch nicht, dass BO-Fans sich wie Boygroup-Groupies verhalten und ihre Stars kopieren, vergöttern, etc. Doch warum wird gerade der Onkelz-Lifestyle immer wieder so betont?

    Viele erinnern sich vielleicht noch an das Verhalten den Vorgruppen gegenübern. Selbst wenn Stephan vorher in einer Ansage erklärte, dass er die Gruppe gut findet, es seine Freunde sind und man sie doch bitte nicht neben dem Ausbuhen noch bewerfen möchte, haben manche darauf geschissen. Mangelnder Respekt? Oder ist dies der wahre Onkelz-Lifestyle? "Wir sind hässlich, brutal und gewalttätig"?

    Was ist er für euch- der Onkelz-Lifestyle?


    Hallo! :-)

    Ich finde, dass es grundsätzlich nicht nötig ist sich auf irgendeine Weise zu verändern, nur weil gerne man eine bestimmte Musikrichtung hört, oder Fan von jemanden ist.

    Jeder Mensch ist einzigartig und diese Unterschiede sind es oft auch, die uns schön machen.
    Allerdings kann man positive Eigenschaften oder Denkansätze verinnerlichen.
    Ich bin der Meinung, dass es gut ist gewisse Prinzipien zu haben und sein Handeln danach zu richten, und dabei ist es vollkommen egal, ob man in schwarz oder in weiß gekleidet ist. Ich versuche niemanden danach zu beurteilen woher er kommt, welche Farbe seine Haut hat, oder welchen Gott er anbetet. Ebenso hat jeder die Chance sich meinen Respekt und meine Freundschaft zu erwerben. Von mir wird auch sicher keine Vorband mit Gegenständen beworfen. Sogar um ausgebuht zu werden, müsste diese schon sehr, sehr schlecht sein, oder sich etwas anderes (live bei diesem Auftritt) zu Schulden kommen lassen. Ich sehe es so: Wäre ich Musiker geworden, könnte es auch meine Band sein, die dort oben als Vorprogramm spielt. Diese Bands wissen zumeist, dass sie als Support-Act alles und mehr geben müssen um gut anzukommen und sollten auch die Möglichkeit haben neue Fans zu gewinnen, denn als Superstar ist wohl noch niemand geboren worden.

    Was hässlich, brutal und gewalttätig betrifft, so mag das vielleicht furchterregend klingen und eine eventuell in einigen Kreisen eine weit verbreitete Meinung über Metalfans sein, aber das spiegelt für mich keineswegs den typischen Onkelzfan wieder. Überhaupt mag ich solche Verallgemeinerungen nicht, weil eben jeder Mensch unterschiedlich ist und das Recht hat er/sie selbst zu sein. Ich finde die Onkelz sind eines der besten Beispiele dafür, dass kein Mensch unfehlbar ist, aber jeder aus seinen Fehlern lernen kann und mit der daraus resultierenden Erfahrung den für sich richtigen Weg finden kann. Ich kenne auch einige Leute, die Vorurteile gegenüber den Onkelz hatten und sich danach eingestehen mussten, dass diese völlig haltlos waren. Auch ich habe, bevor ich die Böhsen Onkelz zum ersten Mal wirklich gehört habe und mich mit ihrer Musik und ihren Texten eingehend befassen konnte, fast nur negative Dinge über sie gehört. Ich hatte allerdings das Glück, dass Freunde von mir, die davor schon Fans waren mir das Gegenteil beweisen konnten. Ein tolles Erlebnis, welches für mich absolut prägend war, war die Zeltstadt am Lausitzring und die an den Zelten gehissten Flaggen, von Onkelz Fans, welche aus Ländern angereist waren, wo man niemals vermuten würde, dass es auch dort "Neffen und Nichten" gibt. Oder, dass ich damals schlaftrunken aus dem Zelt komme und von anderen mir bis dahin völlig unbekannten Fans mit den Worten "Mann, wie siehst den du aus - gebt dem Mann ein Bier!" zu deren Zelt eingeladen wurde um erstmal 3 Bier zu frühstücken. Das ist für mich der Onkelz-Lifestyle, denn solche Dinge zeigen, dass WIR alle, jenseits aller Grenzen in der Lage sind gemeinsam unvergessliche Konzerte zu zelebrieren und zu genießen!
    Wir tauschen HASS gegen GITARREN - Denn wir sind ONKELZ und KEINE NARREN!

    P.S.: Nach der Party ist vor der Party ;-)
    böhser_puma
     
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  • böhser_puma hat geschrieben: Ein tolles Erlebnis, welches für mich absolut prägend war, war die Zeltstadt am Lausitzring und die an den Zelten gehissten Flaggen, von Onkelz Fans, welche aus Ländern angereist waren, wo man niemals vermuten würde, dass es auch dort "Neffen und Nichten" gibt. Oder, dass ich damals schlaftrunken aus dem Zelt komme und von anderen mir bis dahin völlig unbekannten Fans mit den Worten "Mann, wie siehst den du aus - gebt dem Mann ein Bier!" zu deren Zelt eingeladen wurde um erstmal 3 Bier zu frühstücken. Das ist für mich der Onkelz-Lifestyle, denn solche Dinge zeigen, dass WIR alle, jenseits aller Grenzen in der Lage sind gemeinsam unvergessliche Konzerte zu zelebrieren und zu genießen!


    Unterschreib ich dir ganz dick und durs.. äh unterstrichen ;)
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    woher soll ich wissen was ich denke, bevor ich höre was ich sage?
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  • Danke für deine Antwort, Puma.
    Natürlich soll sich niemand verändern, um bestimmte Musik zu hören. Ich selbst sah oft ja nicht einmal ein, mich äußerlich der Allgemeinheit der Veranstaltungsbesucher anzupassen (unabhängig davon, um welche Veranstaltung es sich handelt). Es sei denn zur Prävention, um nicht von jedem wie ein Alien angeschaut zu werden. Oder wenn gewisse Regeln herrschen (wobei diese dann vorab hinterfragt werden).

    Wenn ich "Fan" von jemanden/irgendetwas bin, dann ist das mehr als das Mögen einiger Lieder, Aussagen, Produkte, etc. Es gibt durchaus Künstler von denen gefallen mir manche Songs. Unheilig zum beispiel. Auch einiges was der Graf schon von sich gab, fand ich gut. Aber von Fan sein bin ich meilenweit entfernt. Ich habe keine Ahnung von der Band und möchte weder alle Songs hören, noch alles lesen/erfahren und würde dennoch Unheilig beim ESC die Daumen drücken und genügend Geld vorausgesetzt auch persönlich dabei sein beim ESC. Wobei es dort ja durchaus auch vieles anderes zu erleben gäbe und man viel mehr als nur einen Song geboten bekommt.
    Mit einem Lifestyle hätte das alles aber nicht das geringste zu tun.

    Dieses beschriebene "gemeinsam erleben", auf Fremde zugehen, etc. funktioniert ja durchaus auch nicht nur im Reich der Onkelz. Ich sehe den Menschen durchaus als soziales Lebewesen, dass mit anderen kommunizieren möchte. So kannst du auch weltweit allein in einem Backpacker Hotel aufschlagen, dich an einen Tisch setzen und irgendwer wird dich ansprechen. Oder stell dich in eine Stadt deiner Wahl und schaue die diese kleinsten Schilder, die an Wegweisern/Verkehrsschilder sind, genauer an- vermutlich wird man dich ganz schnell fragen, ob man dir weiterhelfen kann, du etwas bestimmtes suchst etc. So lange man nicht gefährlich, vollig gestört, gewalttätig oder so ausschaut, wird einem situationsbedingte Hilfe angeboten. Längst nicht von jedem, aber wo viele Menschen sind, gibt es immer auch hilfsbereite, interessierte, helfende Fremde.
    Trisa
     
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  • Ich weiß nicht, ob man einen gewissen "Lifestyle" immer nach außen tragen muss/kann/sollte.

    Natürlich kann man rein visuell schon darauf aufmerksam machen, was man gut findet, in Form von Klamotten, Tattoos usw. Aber ich verstehe den oft gepriesenen Lifestyle für mich nicht, durch ausgegebenes Bier, Arm in Arm auf´n Konzert, Hupen wenn ich auf dem anderen Auto ein Onkelz Aufkleber sehe und dann grüßen usw.

    Für mich ist es mehr ein ideologisches Ding. Ich glaube nicht alles was man mir vorsetzt, zuträgt, erzählt oder ich lese. Ich gebe mich auch nicht wortlos mit allem zufrieden. Ich warte nicht gerne, sondern handel, auch wenn wartem manchmal besser gewesen wäre usw. Ich hinterfrage, versuche auch aufzuklären, teile gerne mein Wissen und jeder weiss, dass ich zwei helfende Hände habe.

    Das hat nichts mit prosarischem "ich will lieber stehend sterben zu tun" oder hach wie ist man doch so hart in allen Lebenslagen. Ich sehe das mehr als Einstellung, Dingen und Menschen gegenüber, wobei ich mir doch aber erlaube, eine eigene Meinung haben zu dürfen und diese dann auch vertrete. Ich muss ja auch nicht mit allen Onkelztexten konform gehen. Aber ich kann bewundern und honorieren was andere, also z.B. unsere 4, für einen wahnsinnigen Weg hinter sich haben.

    Ich weiss auch, dass dir da draussen keiner was schenkt. Du musst den Arsch schon alleine hoch bekommen. Von nix kommt nix usw. Für den Einen hohle Frasen, für den Anderen Lebensmaxime.
    Das sind Dinge die ich mir, als hoffentlich sozialverträglicher Mensch, täglich vor Augen halte und daran arbeite einen vernünftigen Weg zu gehen. Was immer man darunter versteht und wo er hinführt.

    Und diese ganze Denke rührt schon teilweise von vielen Texten her. Eben weil sie in jener Zeit einfach für mich gepasst und nie ihre Aussagekraft verloren haben.

    Das ist für mich der Onkelz Lifestyle, wenn man es denn so nennen möchte.
    "Denn Schweigen ist feige und Denken verboten , in Deutschland , dem Land der lebenden Toten"
    böhser-berliner
     
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  • Hallo zusammen,
    Ich bin den Onkelz auch zu Dank verpflichtet. Ich bin erst 25 Jahre alt und habe schon viel durch stehen müssen. Ich hab meine Mutter mit 10 Jahren verloren und das war richtig hart. Ich geb zu das ich zu diesem Zeitpunkt noch keine Onkelz gehört habe. Mit 14 Jahren bin ich dann in die erste "richtige" Beziehung mit einem Jungen gegangen, der mich eine sehr lange Zeit echt scheisse behandelt hat. Das einzig gute in dieser Beziehung war das ich da die Musik von den Onkelz kennen lernte. Die Onkelz haben mir damals geholfen aus diesem Horror auszubrechen und mein Leben wieder zu Leben. Seit diesem Moment bin ich ein großer Fan geworden und Sie helfen mir noch heute in verschiedenen Lebenssituationen. Ich liebe euch 4 Jungs wirklich, weil Ihr immer für mich da wart und seid. Das gibt es einfach nicht nochmal. Wir alle sind eine große Familie und das ist einfach geil. Dieses Gefühl wird es so nicht noch einmal geben. Für mich sind die Onkelz ein Wegbegleiter der mich nie allein lässt, aber jeder von uns muss seinen eigenen Weg gehen und leben. Und ich gehe meinen Weg mit den Onkelz die mir immer wieder Kraft geben. Ihr seid die Besten!!!!
    Iceangel
     
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  • Spirit of 1919 hat geschrieben:Bei mir ist es so, ich lebe Musik.
    Und die Onkelz sind mein weg des Lebens.
    Ich glaube nicht an Gott oder wat was ich für Witzfiguren, ich glaube an die texte der Onkelz!
    Somit pro "Religion" mit ganz viel "überdimensionales"=)!


    Eben die Onkelz Texte sind es die bei vielen ein Zusammengehörigkeitsgefühl bewirken.
    Sie "sprechen" sehr vielen Menschen aus der Seele weil jeder die Texte auf sich und seinen Mist den er/sie im Leben verbockt oder erlebt hat münzt und für sich interpretiert, sich eben damit identifiziert.
    Die Onkelz Texte sprechen somit Massen an weil jeder irgendwann, irgenwo und in irgend einer Form Scheiße erlebt hat.
    Ein ganz einfaches aber effektives Instrument um Massen anzusprechen.
    Das gibt für viele Halt, da sprechen dann ganz viele von La Familia...
    Nicht anderes passiert in der Astrologie, da werden ein paar Sätze geschrieben die auf 1 Mio Menschen zutreffen, die jeder für sich interpretiert und und man sich somit angesprochen fühlt - das 1x1 der Psychologie.

    Nichts anderes machen Religionen (Religionsführer), Regierungen....und auch eizelne Personen (siehe die Zeit zw. 1933 und 1945) - man muss die Menschen nur "ansprechen" und schon laufen sie einem hinterher wie die sprichwörtlichen Schaafe.
    Und bevor jetzt gleich wieder einer entrüstet rumkräht - Nein, ich unterstelle den Onkelz hiermit keine Berechnung in irgendeiner Form und schon gar keinen Bezug zur der Geschichte zw. 1933 und 1945!, sie haben es schlicht, gewollt oder ungewollt, verstanden das Leben zu erzählen und die Leute damit anzusprechen.

    Schade finde ich Folgendes...
    Die Onkelz halten auch sehr, sehr vielen Menschen, um nicht zu sagen der Gesellschaft, den Spiegel vor (zarte Gemüter könnten das fast schon anmaßend und arrogant benennen) und leider wirds oftmals Null verstanden.

    Ich mach das fest an den Gesrächen mit einigen sogenannten Hardcorefans und auch "Neueinsteigern" denen dann zu den Texten nur "geil" einfällt, fest.
    Es ist doch geil wie die über die Kirche herziehen...
    Es ist doch geil wenn die übers saufen singen
    Es ist so geil wenn die über xyz singen
    Ich mein Spaß haben ist das Eine, nachdenken das Andere.....

    Ein Besipiel wäre da "Heilige Lieder" ....
    Was will uns der Author sagen?
    Also für mich an Ironie und Zynismus und vllt. eine gehörige Portion von sich selbst auf die Schippe nehmen fast schon nicht zu überbieten...aber ich kann drüber Lachen...

    Nicht über die Onkelz sondern über die die da mitgröhlen und auf Nachfrage über was denn da Gesungen wird die Fragezeichen steigen lassen...im besten Fall kommt "Ey, die singen darüber das die Onkelz die Größten sind"

    Summa summarum: Onkelz = Religion

    just my 2 cents
    Eugene666
     
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  • Auf mich gemünzt will ich Religion jetzt nicht gerade sagen... Aber sie haben einen sehr hohen Stellenwert
    in meinem Leben eingenommen seit ich sie (wieder) höre... War lange Zeit eher so der Technofreak, mit Loveparade (Berlin) usw. und ich wollte nix wissen von Onkelz, welches ich heute richtig bereue! Weil halt viele Lieder auf irgendeine Lebenssituation gepasst hätten und mir bestimmt besser geholfen hätte ob im Guten oder schlechten als dies "umpfta umpfta"(meine jetzt Techno damit).
    Frei wie der Wind...
    Bastard
     
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  • Die Onkelz sind sicher keine Religion, da Religion etwas sehr negatives darstellt. Die Onkelz öffnen einen den Geist und appellieren an deinen Verstand. Und wenn man einer Religion mit Verstand begegnet erkennt man wie absurd das alles ist. Obwohl die Onkelz ja selbst mit "heiligen Lieder" "Danket dem Herrn" Texten religiöse Symboliken "arbeiten"
    Montrey
     
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  • Definition von Religion
    1. ein Symbolsystem von sakralen (heiligen) Überzeugungen und Praktiken (Riten, Kult),
    2. die vom Alltäglichen (Profanen) abgesondert sind,
    3. von ausgewählten Amtsträgern (Priestern, Schamanen) an heiligen Stätten (Tempeln, Kirchen, Moscheen, Wallfahrtsorten usw.) vermittelt bzw. durchgeführt werden und
    4. die Menschen zu einer Gemeinschaft (christlich: 'Kirche', islamisch: 'Umma', usw.) zusammenführen und zusammenhalten.
    5. Dieses Symbolsystem zielt darauf ab, starke, umfassende und dauerhafte Stimmungen (Staunen, Faszination und Ehr-Furcht) und Motivationen in den Menschen zu schaffen,
    6. indem es unhinterfragbare Vorstellungen einer allgemeinen, verpflichtenden Seinsordnung sowie Verbote (Tabus) formuliert und Übertretungen mit Sanktionen (Strafen) bedroht,
    7. damit das Chaos bändigt , und die Moral (das richtige Verhalten) festigt und
    8. das Unkontrollierbare (Angst auslösende!) in eine Art von Kontrolle überführt, aber letzlich doch auch wieder unkontrollierbar beläßt.
    9. Sie umgibt diese Vorstellungen mit einer solchen Aura (Ausstrahlung) von Faktizität (Tatsächlichkeit), daß
    10. die Stimmungen und Motivationen völlig der Wirklichkeit zu entsprechen scheinen, so daß
    11. sie von den Menschen als ebenso wahr angenommen werden (Glauben), wie im Alltag nachprüfbare Erfahrungen.
    …ja, da werden viele Punkte erfüllt! Je nach Interpretation sogar alle!
    Versteht das nicht falsch! Unsere Propheten haben mich wie keine andere konstante durch mein Leben begleitet. Durch abgrundtiefen Fall und euphorisierte Höhenflüge.
    Aber sie sollten euch nur begleiten, niemals euer handeln und denken bestimmen. Euch Freude bereiten, nicht lenken. Die Jungs sind auch nur Menschen mit Nöten und sorgen. Sie stinken genauso beim scheissen und sind am Ende auch nur Geschäftsmänner.
    fah
     
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  • fah hat geschrieben:…ja, da werden viele Punkte erfüllt! Je nach Interpretation sogar alle!
    Versteht das nicht falsch! Unsere Propheten haben mich wie keine andere konstante durch mein Leben begleitet. Durch abgrundtiefen Fall und euphorisierte Höhenflüge.
    Aber sie sollten euch nur begleiten, niemals euer handeln und denken bestimmen. Euch Freude bereiten, nicht lenken. Die Jungs sind auch nur Menschen mit Nöten und sorgen. Sie stinken genauso beim scheissen und sind am Ende auch nur Geschäftsmänner.


    Treffender hätte man es nicht formulieren können.
    Hier sollten sich die "Hardcore Gläubigen" und "Fan"atiker mal Gedanken drüber machen....
    Eugene666
     
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